Sicherheit
Technische Übersicht für Sicherheitsprüfungen. Stand: August 2026.
Betreiber: Artur Parutkin (Einzelunternehmen), Isestraße 35, 20144 Hamburg.
Diese Seite beschreibt den technischen Betrieb. Bindend sind der AVV und die
TOM (Anlage 2, Art. 32 DSGVO); bei Abweichungen gelten die Verträge.
Abschnitt 10 listet auf, was wir nicht behaupten.
1. Wo Ihre Daten verarbeitet werden
| Was |
Wo |
Anbieter |
| Anwendung, Datenbank, Backups |
Falkenstein, Deutschland |
Hetzner |
| KI-Inferenz (Prompts & Ausgaben) |
Frankreich, EU |
Scaleway |
| Transaktions-E-Mail (Magic-Link, Bestätigungen) |
USA — EU-Standardvertragsklauseln |
Resend |
| Zahlungsabwicklung |
USA — EU-Standardvertragsklauseln |
Stripe |
Ihre Prompts und Dokumente bleiben in der EU, verarbeitet ausschließlich von europäischen
Anbietern. US-Auftragsverarbeiter berühren nur Ancillary-Daten (E-Mail-Adresse für den
Login-Versand, Zahlungsdaten) unter Standardvertragsklauseln — nicht Ihre Inhalte.
Dediziertes KI-Hosting in Deutschland: Enterprise-Option auf Anfrage.
2. Was wir speichern — und was nicht
Nicht gespeichert
- Ihre Prompts und die Antworten des Modells. Verarbeitet und verworfen.
- Keine Inhalts-Logs. Anwendungsprotokolle enthalten keine Eingabe- oder Ausgabeinhalte.
- Kein Training mit Ihren Daten.
- Kein Zugriff der Modellanbieter auf Ihre Eingaben und Ausgaben. Die Aussage betrifft den Inferenzweg; für E-Mail und Zahlung gelten die Angaben unter Unterauftragsverarbeiter.
Grundlage: Scaleway AI Conditions Art. 4.4. Zur einen Ausnahme siehe Abschnitt 10.
Gespeichert
- Konto: E-Mail-Adresse, Tarif, Zeitstempel.
- Nutzung: Zähler (Anfragen, Token, Kosten) — ohne Inhalte.
- IP-Adressen: nur pseudonymisiert als gesalzener SHA-256-Hash, für Rate-Limiting und
Missbrauchsabwehr. Die Klartext-IP wird nicht persistiert. Eine Ausnahme: zwei
Sicherheitsmeldungen an uns selbst — Admin-Login und blockierte Massenkündigung — enthalten
die rohe IP, weil man einen Hash nicht sperren kann (Art. 6 Abs. 1 lit. f, ErwG 49).
- API-Schlüssel: nur als SHA-256-Hash. Klartext einmalig bei Erstellung sichtbar, nie
gespeichert — ein Datenbankzugriff gibt keine nutzbaren Schlüssel preis.
- Abrechnung: bei Stripe, aufbewahrt nach §147 AO / §257 HGB.
Aufbewahrung
Zugriffsprotokolle des Webservers 14 Tage. Anwendungs- und Container-Protokolle rotierend,
Reichweiten- und Sicherheitsdaten (Seitenaufrufe, Bot-Zugriffe, Honeypot) 90 Tage,
durchgesetzt durch einen nächtlichen Purge — IP-Adressen liegen dort nur als gesalzener Hash vor.
maximal 30 Tage. Kontodaten bis zur Löschung auf Anfrage (Art. 17 DSGVO).
3. Verschlüsselung
- Übertragung: TLS, HSTS, moderne Cipher-Suites. Kein unverschlüsselter Zugang.
- Ruhende Daten: keine Festplattenverschlüsselung auf dem Server, keine TDE in PostgreSQL.
Verschlüsselt sind gezielt die sensibelsten Felder: die Identitätsdaten der AVV-Annahmen
(Fernet), API-Schlüssel (nur SHA-256-Hash), IP-Adressen (gesalzener SHA-256-Hash). Die Datenbank
ist nicht öffentlich erreichbar. (Korrigiert am 2026-08-17; die frühere Angabe war unzutreffend.)
- Backups: GPG AES-256, durchgängig — auch in der Off-Site-Kopie.
4. Zugang und Authentifizierung
- Passwortlose Anmeldung per Magic Link: 256-Bit-Einmal-Token, einmalig verwendbar,
kurzlebig. Es gibt kein Nutzerpasswort, das gestohlen werden könnte.
- Rate-Limiting pro E-Mail-Adresse und IP; Honeypot- und Timing-Prüfungen gegen Bots.
- Verwaltungszugang getrennt, ratenbegrenzt, Passwortvergleich in konstanter Zeit. Jede
Anmeldung löst eine Echtzeit-Benachrichtigung an den Betreiber aus.
- Serverzugang nur für den Betreiber, SSH ausschließlich mit Schlüssel (Passwort-
Authentifizierung deaktiviert). Jede Sitzung und jede Rechteerhöhung wird alarmiert.
- Anwendung läuft als non-root im Container.
5. Backups und Wiederherstellung
- Täglich, automatisiert, GPG-verschlüsselt.
- Off-Site-Kopie außerhalb des Rechenzentrums. Die Kopie wird gezogen, nicht gesendet —
der Produktionsserver besitzt keinen Zugang zum Backup-Ziel.
- Die Wiederherstellung wird täglich automatisch geprüft, nicht nur die Existenz der Datei:
entschlüsseln, in eine Wegwerf-Datenbank zurückspielen, Tabellen- und Zeilenzahlen verifizieren.
Geprüft wird die Kopie, aus der im Ernstfall wiederhergestellt würde.
- Aufbewahrung: Server 30 Tage, Off-Site 120 Tage.
- Eine unabhängige Überwachung alarmiert, wenn eine Sicherung ausbleibt. Stillschweigen gilt
nicht als Erfolg.
6. Überwachung und Reaktion auf Vorfälle
Echtzeit-Alarme bei: Anmeldung am Verwaltungsbereich · Änderungen an Benutzern, Rechten,
SSH-Schlüsseln, Cron-Jobs oder offenen Ports · fehlgeschlagener Sicherung.
Protokolle werden außerhalb des Servers aufbewahrt und können daher im Fall einer
Kompromittierung nicht vom betroffenen System aus verändert oder gelöscht werden.
Dokumentiertes Verfahren: Erkennung, Bewertung von Schweregrad und betroffenen Daten,
Eindämmung (Sperrung von Zugängen und Schlüsseln, Isolierung), Meldung, Dokumentation.
- Meldung an betroffene Verantwortliche: unverzüglich, in der Regel binnen 48 Stunden.
- Meldung an die Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden, soweit wir selbst verantwortlich sind.
7. Unterauftragsverarbeiter
Vollständige, aktuelle Liste: Unterauftragsverarbeiter. Alle sind über
einen AVV/DPA nach Art. 28 DSGVO gebunden; bei Nicht-EU-Anbietern gelten EU-Standardvertragsklauseln.
Änderungen kündigen wir mit 30 Tagen Vorlauf an (§ 5 AVV), sodass Sie widersprechen können.
8. Compliance-Status
|
Status |
| DSGVO |
AVV verfügbar, öffentlich einsehbar, Art.-28-Struktur |
| EU AI Act |
Anbieter eines KI-Systems mit allgemeinem Verwendungszweck. Kein Hochrisiko-System, keine Praktiken nach Art. 5. Art.-50-Transparenzpflichten erfüllt. Wir trainieren keine eigenen Modelle. |
| § 203 StGB |
Verpflichtungserklärung zur Verschwiegenheit verfügbar |
| ISO 27001 / SOC 2 (eigene) |
❌ Keine |
| Externer Penetrationstest |
❌ Geplant, noch nicht durchgeführt |
Zertifizierungen unserer Unterauftragsverarbeiter (nicht unsere eigenen): Hetzner ISO 27001,
Scaleway ISO 27001, Resend SOC 2 Typ II mit Pen-Test-Attest.
Benötigt Ihre Beschaffung eine eigene Zertifizierung? Fragen Sie — wir nennen Stand und Zeitplan.
9. Eine Schwachstelle melden
security@privatai.com · maschinenlesbar: /.well-known/security.txt
- Eingangsbestätigung innerhalb von 72 Stunden.
- Kein Bug-Bounty-Programm, keine Prämien.
- Bei gutgläubiger Sicherheitsforschung, die Nutzerdaten respektiert und die Verfügbarkeit nicht
beeinträchtigt: keine rechtlichen Schritte.
- Bitte angemessene Frist zur Behebung vor Veröffentlichung.
Kein Social Engineering, kein Testen physischer Sicherheit, keine Lasttests/DoS, keine Zugriffe auf
Daten Dritter.
10. Was wir nicht behaupten
- Keine absolute Sicherheit. Wir sichern nach dem Stand der Technik ab. „100 % sicher" oder
„unhackbar" kann niemand zusagen.
- Keine physische Isolation. Die genutzte Generative API ist mandantenfähig (shared). Ihre
Daten werden nicht gespeichert und nicht zum Training verwendet, die Infrastruktur ist aber nicht
physisch für Sie allein reserviert. Dedizierte Isolation: Enterprise-Option.
- Enge Ausnahme bei Sicherheitsvorfällen. Der Inferenz-Anbieter darf eine markierte Anfrage
vorübergehend aufbewahren, um Missbrauch zu untersuchen. Deshalb „nicht gespeichert, nicht
geloggt, kein Training" — und nicht „unter keinen Umständen jemals".
- Nicht anonym. Wir verarbeiten personenbezogene Daten (Konto, E-Mail, Abrechnung). Wir sind
datensparsam, nicht anonym.
- Wir zertifizieren nicht Ihren Anwendungsfall. PrivatAI liefert die technischen und
vertraglichen Voraussetzungen. Die berufsrechtliche Zulässigkeit — insbesondere für
Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB — prüfen Sie mit Ihrer Kammer oder Ihrem Berater.
- Kleines Team, kein 24/7-SOC. Alarme erreichen den Betreiber unmittelbar; durchgehende
Bereitschaft rund um die Uhr sagen wir nicht zu.
Sicherheitsprüfung oder technischer Fragebogen? Kontakt.